FAQ zur ICF-Zertifizierung
Wer oder was ist die ICF?
ICF steht für International Coach Federation und ist der grösste internationale Berufsverband für professionelle Coaches. Heute (2008) hat der Verband über 15‘000 Mitglieder in 90 Ländern. Bereits über 3000 Coaches haben sich zertifizieren lassen. Unter www.coachfederation.ch finden Sie Wissenswertes über ICF Schweiz (Coaching-Veranstaltungen, Informationen, Mitgliederliste etc.) - über www.coachfederation.org gelangen Sie zu den Informationen über die Dachorganisation ICF.
Welche Zertifizierungsstufen gibt es bei der ICF?
Die ICF kennt drei Zertifizierungsstufen:
| Bezeichnung | Voraussetzungen |
|---|---|
| ACC (Associate Certified Coach | 100 Stunden ausgewiesene Coaching‐Erfahrung und 60 Stunden coachingspezifische Ausbildung |
| PCC (Professional Certified Coach) | 750 Stunden ausgewiesene Coaching‐Erfahrung und 125 Stunden coachingspezifische Ausbildung |
| MCC (Master Certified Coach) | 2500 Stunden ausgewiesene Coaching‐Erfahrung und 200 Stunden coachingspezifische Weiterbildung |
Welchen Nutzen habe ich von einer Zertifizierung?
Die Zertifizierung dient einerseits Ihrer Standortbestimmung und andererseits der Überprüfung der eigenen Fähigkeiten mit der Rückmeldung von qualifizierten Coaches. Mit der wachsenden internationalen Verbreitung verlangen multinationale Konzerne und Organisationen immer mehr eine anerkannte Zertifierung. Die Zertifizierung trägt zur Qualitätssicherung für den aufstrebenden neuen Berufsstand «Coach» bei.
Was braucht es, damit ich mich als Coach bei der ICF zertifizieren lassen kann?
Grundsätzlich gibt es zwei Wege, um sich zertifizieren zu lassen.
- a) Sie können sich direkt bei der ICF anmelden und die Prüfung beim Verband ablegen (Portfolio‐Weg).
- b) Sie können sich über den Ausbildungsweg eines akkreditierten Ausbildungsinstitutes zertifizieren lassen.
| ACC | PCC | MCC | |
|---|---|---|---|
| Coaching-ausbildung Die Ausbildung muss coaching- spezifisch sein (keine Supervisions‐ /Beratungs‐ /Kommunikations‐ Trainings) |
Mindestens 60 Stunden Ausbildung Beim direkten Zertifizierungsweg über ICF müssen die Ausbildungen und deren Inhalte belegt werden. |
Mindestens 125 Stunden Ausbildung Beim direkten Zertifizierungsweg über ICF müssen die Ausbildungen und deren Inhalte belegt werden. |
Mindestens 200 Stunden Ausbildung Beim direkten Zertifizierungsweg über ICF müssen die Ausbildungen und deren Inhalte belegt werden. |
| Anzahl Coachingstunden |
100 Stunden (max. 10% unbezahlt) |
750 Stunden (max. 10% unbezahlt) |
2500 Stunden (max. 10% unbezahlt) |
| Referenzen von erfahrenen Coaches |
zwei Referenzschreiben von erfahrenen, professionellen und in der Coaching-Gemeinschaft aktiven Coaches. (Entfällt, wenn Zertifizierung durch Ausbildungsinstitut) |
zwei Referenzschreiben von erfahrenen, professionellen und in der Coaching-Gemeinschaft aktiven Coaches. (Entfällt, wenn Zertifizierung durch Ausbildungsinstitut) |
drei Referenzschreiben von erfahrenen, professionellen und in der Coaching-Gemeinschaft aktiven Coaches. (Entfällt, wenn Zertifizierung durch Ausbildungsinstitut) |
| Mentorcoaching |
Mindestens |
Mindestens 10 Stunden Mentorcoaching durch einen professionellen Coach (wenn möglich ICF zertifiziert) Entfällt wenn Zertifizierung durch Ausbildungsinstitut |
Mindestens 10 Stunden Mentorcoaching durch einen professionellen Coach (wenn möglich ICF zertifiziert) Entfällt wenn Zertifizierung durch Ausbildungsinstitut |
| Schriftliche Prüfung | Keine | Ja, entfällt wenn Zertifizierung durch Ausbildungsinstitut | Ja, entfällt wenn Zertifizierung durch Ausbildungsinstitut |
| Mündliche Prüfung | Ja | Ja, wenn Zertifizierung durch Ausbildungsinstitut dann im Rahmen der Ausbildung |
Ja, wenn Zertifizierung |
Wie muss ich meine Coachingstunden ausweisen?
ICF (bzw. das Ausbildungsinstitut) verlangt eine einfache Liste mit folgenden Angaben:
· Name des Kunden/Coachees,
· Kontaktinformationen (E‐Mail /Telefon),
· Anfang/Ende des Coachings (Periode)
· Bezahlte Stunden
· Unbezahlte Stunden
Im Sinne des Datenschutzes gilt es die Kunden vorher anzufragen, ob sie mit Namen auf dieser Liste erwähnt und an die ICF mit allen Kontaktdaten weitergeleitet werden dürfen. Sollte dies nicht der Fall sein, so geben sie einfach die Initialen und keine Kontaktdaten an. Die ICF muss jedoch die Möglichkeit haben mindestens einige Ihrer Coachees zu kontaktieren (Stichproben).
Ich arbeite in einem Unternehmen und coache im Rahmen meiner Aufgaben. Wie weise ich hier meine Coachingstunden aus?
Lassen Sie sich von Ihrem Unternehmen offiziell und schriftlich bestätigen:
· dass Coaching zu ihren internen Aufgaben gehört.
· Wie viele Coachingstunden sie intern schon durchgeführt haben.
· dass das Unternehmen aus Datenschutzgründen keine Namen der Mitarbeitenden bekannt geben kann.
Und geben Sie – wenn möglich – eine Kontaktperson (Vorgesetzte/r) für allfällige Rückfragen der ICF an.
Ich coache oft Gruppen oder Teams. Wie kann ich diese Stunden verrechnen?
Wichtig ist, dass es effektive Coachings sind, die Sie mit den Teams durchführen – und keine Supervisionen,
Fallbesprechungen/Moderationen oder ähnliches. Sie geben einfach die Dauer der Coachings an (z. B. 1 Tag Teamcoaching: 7 Stunden) und ‐ wenn möglich ‐ eine Kontaktperson, welche die ICF bei Rückfragen kontaktieren darf.
Wie läuft die Prüfung ab?
Die schriftliche Prüfung besteht aus 30 Fragen und Fallbeispielen, welche innerhalb von 48 Stunden bearbeitet werden müssen. Wichtig ist dabei, Ihre Fähigkeit, das eigene professionelle Verhalten und allfällige ethische Entscheidungen sinnvoll begründen zu können.
Die mündliche Prüfung besteht aus 2 Teilen, einerseits hören sich die Assesoren ein 30 – 60 Minuten dauerndes Gespräch von einer Audio – oder Videodatei über ein tatsächlich von Ihnen durchgeführtes Coaching an. Ferner coachen Sie als Kandidat im Rahmen einer Telefon‐Konferenz live einer der beiden ICF‐Assesoren während 30 Minuten. Die Gespräche werden auf Grund der von der ICF elf definierten Kernkompetenzen bewertet.
Was sind die Coaching‐Kernkompetenzen der ICF?
Die 11 Coachingkernkompetenzen wurden von ICF Mitgliedern (erfahrene Coaches) aus verschiedenen Ländern in langer Arbeit erarbeitet. Sie sind modellübergreifend und versuchen festzuhalten, was einen professionellen Coach ausmacht. Sie finden hier eine Zusammenstellung der Kernkompetenzen.

